|
Hase-Ems-Tour
Das Lied von
der Gemütlichkeit singt zwar Balou, der Bär aus dem
"Dschungelbuch", doch es könnte auch die Hymne der Hase- und
Ems-Region sein. Hier ist Ruhe angesagt: in der hügeligen Landschaft des
Naturparks im Osnabrücker Land, den idyllischen Wäldern des
Hase-Urstromtales und in den weitläufigen Moor- und Heidegebieten im
Emsland. Und je nach persönlichem Gemütlichkeitsfaktor kann man am Ende
des Tages entweder in einem urigen Heuhotel einkehren oder im
Vier-Sterne-Luxushotel einchecken.
Die Route beginnt im malerischen Melle im
Osnabrücker Land. Selbst hier in der Nähe der Quelle ist das Gelände so
flach, dass ein Wassertropfen der Hase ganze sechs Tage bis zur Mündung
braucht. Diesen Rekord sollte selbst der gemütliche Radfahrer brechen können!
Zahlreiche Obstbäume wachsen rechts und links der Strecke als natürliche
Wegweiser. Sehr viel mehr sollen noch angepflanzt werden, jeweils in einem
Abstand von 15 Metern. "Mundraub" ist ausdrücklich erlaubt! In
der Bischofs- und Universitätsstadt Osnabrück kann man sich an
architektonischen Leckerbissen erfreuen: Stolze Patrizierhäuser und
romantische Fachwerkbauten stehen neben Bauhaus-Villen und
dem Felix-Nussbaum-Haus, einem Museum, das von dem amerikanischen
Architekten Daniel Libeskind entworfen wurde. Wer sich eher an natürlicher
Schönheit erfreuen möchte, der besucht die Sanddünen in Wallenhorst
oder das Naturschutzgebiet Haseniederung mit seinen seltenen Vogel-
und Pflanzenarten.
In der alten Handelsstadt Bramsche wiederum ist das
Tuchmacher-Museum einen Aufenthalt wert, und im Alfsee haben alle
Wasserratten dieser Welt die Möglichkeit, abzutauchen und durch die
Fluten zu pflügen. Rieste etabliert sich mehr und mehr als Ferienort mit
ausgedehnten Wassersport- und Freizeiteinrichtungen. Bei Quakenbrück
beginnt dann das wunderschöne Hasetal, ein Relikt der letzten
Steinzeit.
Wer mal runter will vom Sattel, kann übrigens auch mit dem historischen
Dampfzug fahren oder sich auf der Hase im Kanu vergnügen. In jedem Fall
sollte man für die Fahrt nach Meppen etwas mehr Zeit einplanen: zum
Beispiel für Deutschlands größte pfeilerlose Saalkirche in Löningen,
den Kulturbahnhof von Herzlake oder - noch ein Superlativ - den größten
hiesigen geschlossenen Wacholderbestand in Haselünne. Verständlich,
dass an dieser Stelle seit alters her Korn gebrannt wird und der Ort auch
ein Brennereimuseum sein eigen nennt.
Schließlich gelangt man nach Meppen, der Stadt an den Flüssen. Hier
treffen sich zwar nicht Hase und Igel, aber dafür Hase und Ems sowie der
Dortmund-Ems-Kanal. Klar, dass auch hier das Wasser lockt. Baden und
Angeln stehen auf dem Programm, aber ebenso können es Schifffahrten auf
der Ems oder ein Besuch der Emsländischen Freilichtspiele sein.
Sehenswert das alte, mit viel Liebe restaurierte Rathaus und die
Höltingmühle,
gelegen am Zusammenfluss von Hase und Ems.
Entlang der Ems führt die Route jetzt durch eine Moorlandschaft mit
bemerkenswerter Tier- und Pflanzenwelt. In der Nähe der alten
Festungsstadt Lingen kann der Wasserfall Hanekenfähr bestaunt
werden. Mit einer Fahrt durch die romantischen Kiefern- und Laubwälder um
Emsbüren endet die Tour im westfälischen Rheine (Naturzoo, Kloster,
Schloss) oder kann über die Verbindungsstrecke fortgesetzt werden zurück
nach Osnabrück.
Die 265 Kilometer lange Hase-Ems-Tour ist ein Zwei-Flüsse-Zweirad-Trip
zum Genießen, das gemütliche "Flussradeln" drängt sich
hier geradezu auf. Fernab der Hauptverkehrsstraßen geht's überwiegend über
asphaltierte Wege. Nur in der Nähe von Melle gibt es einige wenige
Steigungen, die aber selbst dem Nachwuchs den Spaß nicht verderben
werden.
Zur
"Hase-Ems-Tour" ist in der Bielefelder Verlagsanstalt (BVA) eine
spiralgebundene Radwanderkarte erschienen. Die detaillierten und aktuellen
Kartenblätter ermöglichen eine problemlose Orientierung über den
exakten Verlauf der Route. In Text und Bild werden die Städte und
Gemeinden entlang der Strecke vorgestellt.
Die Karte
ist im Buchhandel erhältlich. Ergänzt wird die Karte durch einen
Tourenbegleiter, der Hotels, Pensionen, Gasthöfe, Gruppenunterkünfte,
Gaststätten, Cafés, Zeltplätze und Museen vorstellt und - für den Fall
der Fälle - auch über Radwerkstätten informiert.

Die Logos sind mit Links zu
den entsprechenden Quellenverweisen und Internetseiten verbunden.
|